BEETHOVEN-JAHR 2027
2027 steht ja wieder ein Beethoven-Jahr ins Haus. Dem können und wollen auch wir uns nicht verweigern. Wir haben dazu einige Programme ausgearbeitet, die etwas mehr als „das Übliche“ zu dem Thema bieten.
Beethoven und die Wiener Klassik
| Franz Schubert (1797 – 1828) | Trio in B-Dur, D.471 |
| Wolfgang Amadé Mozart (1756 -1791) | Präludien und Fugen KV.404a |
| Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) | Trio op. 3 in Es-Dur |
In Migration
| Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) | Trio op.9/3 in c-Moll |
| Nancy Van de Vate (1930 – 2023) | Trio for strings (1974) |
| Hanns Eisler (1898 – 1962) | Scherzo (1920) Praeludium und Fuge über B-A-C-H op.46 |
| Natalie Prawossudowitsch (1899 – 1988) | Trio op.36 |
| Robert Kahn (1865 – 1951) | Serenade (1933) |
Nur Nicht Beethoven!
| Joseph Haydn (1732 – 1809) | Divertimento B-Dur Hob.V:8 |
| Joh. Georg Albrechtsberger (1736 – 1809) | Trio in F-Dur op.9/3 |
| Franz Schubert (1797 – 1828) | Trio in B-Dur, D.471 |
| Ferdinand Ries (1784 – 1838) | Trio WoO 70, Nr.2 in e-Moll |
| Anton Reicha (1770 – 1836) | Trio in F-Dur |
Verfolgte Musik
Unmittelbar nach der Machtergreifung der Nazis im Deutschen Reich im Jahr 1933 begann die Verfolgung der politischen Gegner und der jüdischen Bevölkerung. Mit dem „Anschluss“ Österreichs 1938 und der Annexion des Sudetenlandes gingen fast alle Zufluchtsorte im deutschsprachigen Raum verloren. Ab dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 griff dieser Terror auf fast ganz Europa über und führte zu Millionen Toten und zu einer der größten Flucht- und Migrationsbewegungen der Geschichte. Zu den Opfern zählten auch zahlreiche Kunstschaffende, Komponist*innen und Musiker*innen, die aus rassischen, politischen oder „künstlerischen“ Gründen verfolgt wurden. Bei manchen ging die Hetze „nur“ bis zu Arbeits- und Aufführungsverboten, bei vielen anderen bis zur Vertreibung ins Exil oder zur Deportation ins KZ und zur Ermordung.
Wer der Verfolgung entgehen und sein Leben retten wollte, musste sich verstecken oder in die Emigration gehen. Einigen gelang es, im Exil einen Neubeginn zu schaffen bzw. an die vorigen Erfolge anzuknüpfen. Für viele andere aber bedeutete die Emigration einen unüberwindbaren Bruch oder sogar das künstlerische Verstummen. Der Nazi-Terror führte so nicht nur zu unzähligen individuellen Dramen, sondern zeitigte auch einen Kahlschlag im Musikleben in den betroffenen Ländern – mit weit reichenden Folgen bis zur Gegenwart, denn nur wenige der vertriebenen Komponist*innen und Musiker*innen kehrten nach 1945 in ihre alte Heimat zurück. Viele werden bis heute sträflich ignoriert und vergessen, und so ist es uns ein großes Anliegen, wenigstens ihre Musik wieder zu spielen und so oft wie möglich der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Programmvorschlag A
| Hans Winterberg (1901 – 1991) | Trio (1960) |
| Pál Hermann (1902 – 1944) | Trio (1921) |
| Hanns Eisler (1898 – 1962) | Praeludium und Fuge über B-A-C-H op.46 |
| Leo Weiner (1885 – 1960) | Trio op.6 |
Programmvorschlag B
| Siegfried Translateur (1875 – 1944) | Wiener Praterleben, Walzer op.12 |
| Hans Gál (1890 – 1987) | Serenade op.41 (1932/33) |
| Hugo Kauder (1888 – 1972) | Streichtrio (1948) |
| Erwin Lendvai (1882 – 1949) | Trio op.14 |
Wiener klassik – Lebendige Tradition
„Wiener Klassik“ meint in der Musikgeschichte eine genau definierte Periode, die von den großen Meistern Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert – letzterer leitet bereits in die Romantik über – geprägt ist. Die Wiener Klassik wirkte aber weit über diesen Zeitraum hinaus, so hat sich etwa die Zweite Wiener Schule stets und nicht zuletzt auf die Wiener Klassik berufen. Und zum Glück ist es auch unter den zeitgenössischen Komponisten längst kein Tabu mehr, sich in Form und Tonsprache auf Traditionen zu beziehen.
In unseren Programmen spannen wir deshalb den Bogen von Meisterwerken der Wiener Klassik bis zur Gegenwart. Auch hier gilt: „Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche.“
Programm A
| Joseph Haydn (1732 – 1809) | Divertimento B-Dur Hob.V:8 |
| Heinz Kratochwil (1933 – 1995) | Fantasie und Passacaglia op.116 |
| Wolfgang Amadé Mozart (1756 -1791) | Divertimento in Es-Dur KV.563 |
Programm B
| Franz Schubert (1797 – 1828) | Trio in B-Dur, D.471 |
| Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) | „Duett mit zwei obligaten Augengläsern“ WoO32 |
| Akos Banlaky (*1966) | Trio op.38/5 |
| Kurt Schwertsik (*1935) | Musique du Chambre séparée |
Frauen
Lange hatten Komponistinnen mit denselben Vorurteilen zu kämpfen wie alle Frauen, die den traditionellen Rollenklischees nicht entsprechen konnten oder wollten. Allein die überlieferten diffamierenden Kommentare der männlichen Kollegen und Kritiker sind Legion. Milde bis mitleidig belächelt, subtil oder offen unterdrückt und notfalls auch vehement bekämpft, gelang es nur wenigen Frauen, Bekanntheit und Anerkennung zu erlangen. Einiges hat sich im Laufe der Jahre gebessert, doch völlige Gleichstellung ist auch heute noch nicht erreicht.
Wir haben für unser Programm Komponistinnen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart und aus unterschiedlichen Ländern (Österreich, Deutschland, Frankreich, England, Island, USA, Australien…) ausgewählt, die allen Vorurteilen und Widerständen zum Trotz ihren Weg gegangen sind und v.a. eines gemeinsam haben: Sie schrieben und schreiben unheimlich gute Musik!
Programmvorschlag
| Nancy Van de Vate (1930 – 2023) | Trio for strings (1974) |
| Natalie Prawossudowitsch (1899 – 1988) | Trio op.36 |
| Maria Salamon (*1989) | Landscapes Of The Displaced (2026) |
| Ethel Smyth (1858 – 1944) | Streichtrio in D |
Serenade
Serenade kommt von Italienisch „sera“/Abend und „sereno“/heiter. Dementsprechend sind diese Programme von vorwiegend heiterem, unbeschwertem Charakter.
